Auf der Hackerkonferenz 39C3 des Chaos Computer Clubs in Hamburg hat die IT-Security-Spezialistin „Elfy“, die sich mit Pseudonym so nennt und nicht mit bürgerlichem Namen auftritt, für Aufsehen gesorgt:
Die selbst auf einen Rollstuhl angewiesene, an Multipler Sklerose erkrankte Frau, hat vielen Betroffenen, die auf ein ähnliches Fortbewegungsgefährt angewiesen sind, die notwendigen Software-Programme zur Verfügung gestellt, die sie in Fleißarbeit erstellt hat, weil sie sich geärgert hat, dass die Hersteller-Firma für wichtige Sonderfunktionen mit dem Slogan „Ausstattung zum Aussuchen“ Geld eintreibt.
Der Hersteller gibt nicht alle wichtigen Details in der schon teuren Standardversion, die die gesetzliche Krankenversicherung bezahlt, preis, sodass die Hackerin den Rest übernommen hat.
Künstliche Zahlschranken behindern Menschen mit Einschränkungen, die eh schon viele Hürden auferlegt bekommen, im alltäglichen Leben. Das wollte „Elfy“ ändern, deshalb programmierte die Hackerin für andere Betroffenen eine Software, die zusätzliche Gadgets, wie einen Turbomodus oder den Cruise Mode, verfügbar macht, ohne dass Aufzahlung geleistet wird. Auch ist keine teure Bluetooth-Fernbedienung vonnöten.
Eigentlich müssten die zusätzlichen Komfort- und Premiumfeatures teuer erkauft werden und sind dann über eine App verfügbar, weil App und Antrieb über Bluetooth kommunizieren. Die Hackerin hat allerdings herausgefunden, dass ihr Rollstuhl eines Markenherstellers manipulierbar ist und so hat sie dann die Sonderfunktionen mittels Verschlüsselungsalgorithmen geknackt.
Mit dem QR-Code auf der Radnabe hat alles angefangen. Dieser muss nur abgescannt werden und schon könnte jedermann eingreifen und die Kontrolle über das Gefährt übernehmen. Wenn zudem einmal eine kostenpflichtige Testversion auf dem Smartphone installiert wurde, ist es für IT-SpezialistInnen nur noch Fleißarbeit, den Code des Herstellers zu knacken, denn die Funktionen sind nach Testkauf weiterhin verfügbar.
Das volle Rollstuhl-Nutzungsprogramm hat Elfy für alle Betroffenen im Internet öffentlich zugänglich gestellt, weil sie ihre Neugier und ihr Gerechtigkeitssinn übermannt haben.
Quelle: Spiegel.de
