Profitiert Deutschland von personalisierter Digitalisierung des Gesundheitssystems?

 April 22  

In den USA werden in Kürze in Kleingruppen Sprachmodelle, wie KI-Chatbots für die personalisierte Gesundheitsversorgung, getestet, damit die Bevölkerung einen Nutzen hat. Gerade Menschen mit einer geringeren Gesundheitskompetenz könnten von diesen personalisierten Empfehlungen und begleiteten Gesundheitsinformationen profitieren, das glaubt Dr. Martin Roesler vom AOK-Bundesverband und KI-Experte, der die Einführung auch in Deutschland für denkbar hält.  

Zusammen mit anderen GesundheitsexpertInnen, wie Prof. Dr. Stefan Heinemann von der FOM-Hochschule in Essen, rechnet der KI-Fachmann Roesler mit einem Nutzen von persönlicher KI-Assistenz des personalisierten Sprachmodells „Chat GPT Health“ des Unternehmens OPEN AI, das in den USA mit elektronischen Patientenakten und personalisierten Gesundheitsdaten getestet wird.  

Die KI soll beispielsweise Menschen mit Ernährungsberatungsbedarf unterstützen oder kann Bewegungsprofile erstellen. Auch eine Analyse von ärztlichen Testergebnissen mit Verständniserklärung ist mit Hilfe von Chat GPT Health möglich, damit eine Lebensstilmodifizierung besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen umsetzbar ist. 

Auch in Deutschland fragt man sich mittlerweile, ob die privatwirtschaftlich betriebene KI-Plattform eine Arzt-Patienten-Interaktion der Zukunft sein könnte.  

Beide Experten erwarten eine Unterstützung des Systems, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind.  

Der GKV-Spitzenverband sieht das größte Potenzial in einer Freisetzung von personellen Kapazitäten – Stichwort Fachkräftemangel – durch Unterstützung in Anamnese, Dokumentation und Befundung und sieht Digitalisierung als „Schlüssel für eine nachhaltige Verbesserung unseres Gesundheitssystems“.  

Immer aber würden auch privatwirtschaftliche und ökonomische Interessen eine große Rolle spielen, deshalb müssten laut Expertise rechtliche Voraussetzungen und Regulierungsmaßnahmen zur Effizienzsteigerung im Gesundheitswesen den Rahmen bilden.   

Der private Plattform-Anbieter OpenAI kann ein unterstützendes Tool anbieten, jedoch niemals die menschliche Verantwortung ersetzen, um Patientensicherheit zu gewähren. Fehlleistungen durch falsche Nutzung müssen vermieden werden. Auch dürfen solche Systeme keine autonomen medizinischen Entscheidungen ohne professionelle Expertise (evidenzbasierte Medizin) fällen.  

Regulatorische Vorgaben, Transparenz und Gemeinwohlziele müssen hierzulande stets im Mittelpunkt des Blickfeldes liegen, wenn Gesundheits-KIs, wie Chat GPT Health, Vorteile bieten sollen.  

Quelle: aok.de
 

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